Mittwoch, 11. April 2012

Surfing Waikiki Beach

Wir sind da - Waikiki Beach, die Wiege des modernen Surfens. Dort wo einst Duke Kahanamoku über die Wellen gleitete, bevor er aufbrach und der Welt beibrachte, wie viel Spass dies macht.


Zugegeben heute sieht das Ganze etwas weniger romantisch aus als zu Beginn des 20sten Jahrhunderts. Eher wie ein gigantisches Disneyworld am Wasser mit Hotelbunkern und Ressortlandschaften. 


Nichtsdestotrotz war es ein spezieller Moment am Morgen um 6h30 (bevor der Strand von den Touristenschwärmen eingenommen wird) zusammen mit ein paar netten ältere Herren auf Longboards am Waikiki Beach gemütlich einige Welle zu nehmen - natürlich Stilecht auch auf Longboards. Es war sogar ziemlich magisch!

Das war aber auch das einzige Magische an Honolulu und auch sonst hat uns die Insel O'ahu nicht vom Hocker gerissen. Daher waren wir froh, als wir gestern unser Flugzeug nach Big Island nehmen konnten. Hier ist die Atmosphäre schon eine ganz andere und bereits nach einem Tag - welcher eigentlich nur aus Camper in Empfang nehmen, Camper einrichten, Einkaufen und Platz zum Schlafen finden bestand - fühlen wir uns hier sehr viel wohler als in Honolulu.

Wir freuen uns nun also auf die hawaianischen Abenteuer!

Montag, 9. April 2012

Zwei Welten

Obwohl Oaxaca eine wunderschöne Stadt ist, wollten wir auch etwas vom ländlichen Oaxaca (ja, auch der Bundesstaat heisst so) sehen. Daher entschieden wir uns, die letzten beiden Tage in den Bergen der Sierra Norte zu verbringen. Es gibt dort ein von den Bergdörfern gemeinsam organisiertes Ökotourismusprojekt Expediciones Sierra Norte. Dieses Projekt ermöglicht es, mit einem lokalen Guide in der Sierra herumzuwandern und dabei direkt die Bergdörfer zu unterstützen (Schaffen von Arbeitsplätzen, Einkommen und Zukunftsperspektiven).

Das einzige Problem ist, diese Bergdörfer sind WIRKLICH am Arsch der Welt und es ist nicht ganz trivial, dorthin zu kommen. Vor allem am Osterweekend, wenn der einzige Bus der hinfährt ungefähr 4-fach überladen ist mit Frauen, Männern, Kinder, Grossvätern, schwangeren Frauen und unendlich viel Gepäck (vom Spiegelschrank bis zum Fernseher war alles dabei). Nach kurzer Überlegung und einem Pow-How mit dem französischen Pärchen, dass hinter uns in der Schlange stand, entschieden wir uns, zu viert ein Taxi in die Berge zu nehmen.
Ohne in die Details gehen zu wollen; es war eine 2-stündige, mehr als abenteuerliche Fahrt über eine sich an die Bergflanke quetschende Schotterstrasse und wir waren froh, als wir ohne bleibende Schäden am Ziel Llano Grande ankamen.


Die Wanderungen und auch die Übernachtung im Bergdorf Amatlan hingegen waren wundervoll. Die Cabanas waren toll ausgestattet, das Essen yummy und als Kirsche auf dem Ganzen wurde uns ein Feuer im Cheminée entfacht, als wir uns zur Nachtruhe in unsere Cabana begaben. Zudem lernten wir zwei supernette Leute kennen, die für das Projekt arbeiten. Victor, der die Guides ausbildet und Yadira, die Fotos für die Broschüren macht. Es war ein sehr interessanter, lustiger und Mezcal-durchtränkter Abend und am Ende wurden Yves und ich offiziell als Mexikaner adoptiert mit den entsprechenden mexikanischen Namen: Pancho und Nicolasa


Freitagnachmittag und Samstag standen im Zeichen einer Reise der Gegensätze. Von Amatlan, einem 300-Seelen Dorf in der mexikanischen Sierra Norte, reisten wir zuerst mit einem Pickup nach Ixtlan, die Hauptstadt der Region. Von dort ging es mit einem Taxi weiter bis an den Stadtrand von Oaxaca und einem anderen Taxi bis ins Stadtzentrum. Nach einer kleinen Pause mit Dusche und Rucksack packen, ging es weiter im Nachtbus in die 26 Mio. Megalopolis Mexico City und von dort mit dem Taxi an den Flughafen. Danach ein erster Flug nach Los Angeles und nach 5 Stunden Stop-Over ein zweiter Flug nach Honolulu. Ich muss wohl nicht speziell erwähnen, dass wir froh waren, als uns der Flughafen Shuttel in unserem Hostel in Waikiki absetze und nur noch drei Treppen zwischen uns und dem Bett standen.

Gute Nacht!

Liebe geht durch den Magen...

Wenn das Sprichwort "Liebe geht durch den Magen" auch nur ein Körnchen Wahrheit beinhaltet, können wir ohne zu zögern sagen, dass wir total in Mexiko verschossen sind.

Tortillas, Tacos dorados, Tamales, Salsas, Enchiladas, Chile Renellos, Huevos Rancheros, Tosdadas, Moles, Tlayudas, Guacamole, Totopos, Quesadillas, Tortas, Frijoles... und die Liste könnte noch beliebig weitergeführt werden. Alles Gaumenschmäuse aus der mexikanischen Küche, die weit über die bei uns allseits bekannten Fajitas hinausgehen.
Je länger unser Mexikoaufenthalt dauert umso mutiger werden wir zudem mit dem Essen. Unterdessen kaufen wir auch Sachen direkt am Strassenrand oder auf dem Markt zubereitet und lassen uns auf die lokalen Spezialitäten ein, wie z.B. getrocknete Made (Dschungelcamp lässt grüssen).


In Oaxaca, welche sicher zu den kulinarisch aufregendsten Städten Mexikos gehört, haben wir dann auch einen kleinen Kochkurs besucht. Dies in der Hoffnung, dass wir nicht nur leckere Erinnerungen mit nach Hause nehmen können, sondern diese im besten Fall dann auch nachkochen werden. Nachdem wir zusammen mit unserem Küchenchef Andres den kleinen Quartiermarkt geplündert und die leckeren Zutaten nach Hause geschleppt hatten, ging es los. Auf dem Plan standen "Sopa Azteca", eine Chili-Tomatensuppe mit Tortilla-Crisps, Avocado und Frischkäse, gefolgt von "Pie de Tortilla", eine Art Tortilla-Lasagne mit viel frischem Gemüse und Käse überbacken, und das Ganze abgerundet mit verschiedenen eigens zubereiteten Salsas.

Ich möchte dazu gar nicht mehr viel schreiben, sondern einfach die Bilder wirken lassen:

Am Anfang stehen gute Zutaten frisch vom Markt

Sopa Azteca

Pie de Tortilla

Maestro Andres und die Schweizer

Samstag, 7. April 2012

Steine mit Geschichte

Einer der vielen kulturellen Reichtümer in Mexico sind die Zeugen der alten mesoamerikanischen Hochkulturen. Die Teotihuacan, die Azteken (oder mit korrektem Namen die Mexicas), die Mixteken, die Zapoteken und nicht zuletzt die Maya.

Letzteren haben wir die unglaublichen Bauwerke zu verdanken, die wir uns auf unserer Exkursion in den Dschungel des Chiapas anschauen durften; die Stadt Palenque, die zu der Zeit der Mayas Lakamha (grosses Wasser) hiess.


Es waren nicht sosehr die grossen Bauwerke, die uns beeindruckten, sondern die unglaublich fortgeschrittene Ausführung in den Details. So hatten die Maya-Könige fliessendes Wasser im Palast inklusive Kanalisationssystem und Abwasserreinigung (das dreckige Wasser wurde durch eine im Palast eingebaute mit Kalkpulver gefüllte Kammer geleitet und so gereinigt). Das führte dazu, dass der Palast sowohl Saunen, wie auch dezidierte Männer- und Frauentoiletten besass.

Das Maya-Pissoir für die Herren der Schöpfung.
Ein ganz anderes aber nicht minder beeindruckendes Bauwerk sind die Ruinen der Zapoteken-Hauptstadt Monte Alban in der Nähe von Oaxaca. Die Gebäude sind weniger filigran aber wenn man die Gebäudekomplexe, die sich um einen grossen zentralen Platz anordnen, zum ersten Mal sieht, ist der Gesamteindruck einfach atemberaubend!
Man fühlt förmlich die Präsenz der Bewohner, die diese Bauwerke vor über 2000 Jahren bewohnten und man kann sich nur zu gut vorstellen, wie die Leute auf der Grand Plaza ihren Beschäftigungen nachgingen.


Insgesamt kann man also sagen, dass in Mexiko sogar die Steine einen Hauch von Magie besitzen.

Mittwoch, 4. April 2012

Biking im Chiapas

Wir hatten mal wieder Lust auf etwas körperliche Betätigung, was uns zu dem wohl einzigen Bikeverleih in San Christobal de las Casas führte. Der Name "Los Pinguinos" hörte sich zwar nicht gerade vielversprechend an, aber der Inhaber und Guide Joel konnte uns innert kürzester Zeit vom Gegenteil überzeugen. Seine Kompetenz und Passion war vom ersten Moment an spürbar und ehe wir "MountainbiketourimChiapas" sagen konnten, hatten wir eben so eine gebucht.

Am nächsten Tag um Punkt 7h ging es dann auch schon los mit dem Ziel Chenalo, einem kleinen, authentischen Tzotzil Dorf rund 30km nördlich von San Christobal. Zunächst kämpften wir uns durch dichte Nebelbänke in einem Grau, dass uns stark an den Zürcher Hochnebel erinnerte und auch der erste Aufstieg liess nicht lange auf sich warten. Oben angekommen wurden wir aber mit Sonnenschein und einer wunderbaren Aussicht auf das Nebelmeer über San Christobal belohnt.


Nach einer ziemlich langen Abfahrt auf einer Schotter-Stein-Matsch-Strasse, welche gratis auch ein intensives Bizeps- und Trizeps-Training beinhaltete, kamen wir in Chenalo an. Eigentlich wollten wir ja das Dorf besichtigen, aber es war eher so, dass die Einheimischen uns besichtigt haben! Wir waren weit und breit die einzigen "Bleichgesichter" und definitiv die Hauptattraktion an diesem Markttag (vor allem bei Yves mit seinen blauen Augen wurden die Standbesitzerinnen ganz nervös). Zudem kamen wir uns wirklich wie Riesen vor, denn die Leute - Männlein wie Weiblein - waren im Schnitt sicher nicht grösser als 1m65.
Das authentischen Mittagessen in einem Comedor, wo man sich das Huhn, das man später in der Suppe hatte, praktisch selber einfangen konnte, war dann auch ein Highlight und dank Joel und seiner Freundin (eine Schweizerin Namens Karin) zudem äusserst amüsant.

Finde den Mexikaner unter den Schweizern (kleiner Tipp: er trägt eine Tortilla)

Die Rückfahrt von Chenalo erwies sich dann als Pièce de Résistance. Zunächst mit einem nicht endend wollenden Aufstieg und dann als Zückerchen kleine Abfahrten, die immer in einer netten Gegensteigung endeten. Auf Spanisch nennt man diese Auf und Abs in weiser Voraussicht "Rompe-Piernas" - die Beinbrecher - und wir können nun bezeugen, wie treffend dieser Name ist (v.A. in 2'500m Höhe). Daher müssen wir auch zugeben, dass wir fast ein bisschen froh waren, als es plötzlich anfing, wie aus Kübeln zu regnen und zu hageln und wir deshalb mit einem kurzerhand rekrutierten Lieferwagen eines Bauern (inkl. dem Bauern, der den Wagen fuhr) die letzten 10km nach San Christobal zurückchauffiert wurden.

Der wunderbare Tag wurde uns dann noch durch die wahnsinnig nette Gastfreundschaft von Joel und Karin versüsst, die uns spontan zum Znacht bei ihnen zu Hause einluden. 
Alles in allem als ein perfekter Tag mit den Pinguinos :).

Montag, 2. April 2012

Die Welt der Indios

Eine 12-stündige Busfahrt brachte uns von der Beach Town Puerto Escondido ins Landesinnere in das malerische Kolonialstädtchen San Christobal de las Casas. Unser erster Eindruck als wir ausstiegen; ein Temperaturschock.
Nach 2,5 Wochen 30 Grad und mehr wehten uns die morgendlich kühlen 5 Grad des in 2'200 Höhenmetern gelegenen San Christobal entgegen. Da machte der "Platzfresser" Faserpelz in unseren Rucksäcken plötzlich unheimlich viel Sinn.

San Christobal hat alles, was man sich von einem lateinamerikanischen Bergstädtchen wünschen kann; farbig gestrichene, einstöckige Gebäude, noch farbenprächtigere Kirchen, enge Pflastersteinstrassen und ein vor Leben nur so übersprühender Markt.


Wo man steht und geht, trifft man auch auf in traditionelle Trachten gekleidete Indios, die täglich aus den umliegenden Bergregionen in die Stadt kommen, um ihre Ware zu verkaufen. Diese Indios stammen von den Mayas ab und es gibt im Bundesstaat Chiapas acht Hauptgruppen, welche sich vor allem über ihre verschiedenen Sprachen voneinander abgrenzen (in Mexiko werden übrigens insgesamt 62 verschiedene Sprachen gesprochen). Die in der Region San Christobal vorherrschende Gruppe sind die Tzotziles und ihre Muttersprache ist das Tzotzil. Tzotzil hat mit Spanisch etwa soviel zu tun, wie Deutsch mit Norwegisch und es gibt viele Indios, die nur gebrochen Spanisch sprechen - soviel also zum Thema "Spanisch lernen in Mexiko, damit wir mit den Leuten kommunizieren können".

Die Tzotziles praktizieren neben ihrer eigenen Sprache auch ihre eigene Medizin, basierend auf den uralten Heilmethoden der Mayas. Die Prinzipien dieser Heilmethoden werden im Museum der Mayamedizin in San Christobal erklärt, welches wir natürlich - schon nur aus Yves' beruflichem Interesse - besichtigen mussten. Neben verschiedenen Erklärungen der indigenen Heilriten (welche ein spannender Mix aus alten Maya-Ritualen und katholischen Einflüssen sind) und einem Kräutergarten, fanden wir dort auch das bislang ausgefallenste Exemplar unserer Reihe "Die Apotheken der Welt":

Die Maya-Apotheke

Könnte das Yves' neue Arbeitskleidung werden?

Freitag, 30. März 2012

Bye bye Puerto...

Our last day in Puerto Escondido and even though we only stayed here for two and a half weeks we really started to feel like home.
We had our little daily routine with surfing in the morning, eating that incredibly yummy breakfast at the Tabachin while discussing culture, history and any other subject you can imagine with our host and the interesting crowd that would also attend breakfast, going to our Spanish classes and then having a sunset beer either at the beach or on our incredible balcony/terrace.

Also over this time we grew fond of a lot of nice people we had the privilege to meet:

First of course our host Don Pablo, a man as kind and generous as he is interesting. He let us partake in his passion for old books and history and always had a great advise for us. Also, without the great coffee from his own Ranch I most certainly would have leapt into massive caffein withdrawal. Moreover, he offered us the upgrade into the nicest Penthouse-room in Zicatela and a generous 3 nights for 1 special offer!
When we mention Don Pablo we also HAVE to mention the other hotel staff and their families. Our to favorite all-rounders Vivi and Lorena who stuffed us with great Mexican delicacies and keep our room nice and tidy. Their sons and daughters were always around helping and keeping us company. Especially the little Najelie (Vivi's cute little daughter) took my hart in a storm and besides our daily drawing session we both enjoyed the (very) easy lyrics of the song "Donde esta Yolanda".

We were also happy to meet a great Kiwi gal; Rachel the manager of the Spanish school. Since she is just as silly as I am, I was happy to introduce her to the interesting world of the Donkeylizard (don't try to understand, it would only make you shake your head in despair) and the universal use of the expression "Your so fluffy!". She in turn will invite us to her wedding with the - at the moment still imaginary - Dutch guy we decided to be her perfect match (yes, beer was involved in the decision making process).


Another great encounter was the one with Elmer, who works at our favorite restaurant the Arcis at Playa Marinero (a little beach just to the right of Playa Zicatela). He was our third Spanish teacher while making sure that we had enough beer (and sometimes Mezcal) to get our tongues loose enough. Also thanks to Elmer we could go to the great fishing trip we wrote about in an earlier post. After our discussion with him about Swiss and Mexican brewery culture - where I of course proudly mentioned the great Worber tradition of the friday evening Zwickel - we are looking forward to taste the first regional beer from Puerto Escondido on our next visit (we cheer for Elmer's new micro-brewery :).


Last but not least we enjoyed the great company of Frank over various very entertaining dinners and the often mentioned fishing trip. Even though he chickend-out eating the self cached fish, he made up with the Margaritas... ;).
Also, thanks to his sales skills I'm now the proud owner of a turquoise/coral necklace (and I'm still not sure if he did not work for the lady at the beach who sold the necklaces).


Thanks to all of you! You made our stay in Puerto a great experience.