Samstag, 28. April 2012

Like a second home...

Während der fast drei Wochen auf Big Island sind wir etwas mehr als 1'000 Miles gefahren. Das sind umgerechnet rund 1'500 Kilometer. Diese Zahl hat uns selber überrascht, da wir nicht das Gefühl hatten, viel Zeit mit Autofahren verbracht zu haben. Diese Zahl bedeutet auch, dass wir insgesamt mehr als 28 Stunden in unserem VW-Bus sassen... Obwohl wir hier auf einer "kleinen Insel" sind - zumindest im Vergleich mit dem amerikanischen Mainland - ist und bleibt Big Island Amerika und alles dreht sich um das Auto. Der car, truck oder pick-up ist wie ein zweites Haus. Die Amerikaner leben im Auto und das Leben wurde um das Auto herum gebaut.
Dies hat sicher damit zu tun, dass die schiere Grösse und Weitläufigkeit hier auch die motiviertesten Läufer entmutigen. In Puna z.B. sind die "kleinsten" zum Verkauf stehenden Grundstücke 1 Acre gross (4'047 m2). Das heisst, wenn der Nachbar eine Party mit Lautsprecher im Garten schmeisst, ist der Lärm kaum zu hören. Die Subdivision (so nennt man hier ein Quartier) Ocean View im Süden der Insel hat 150 Kilometer Hauptstrasse zählt aber kaum mehr als 4'000 Einwohner und die grösste Ranch auf Big Island umfasst 150'000 Acres (etwa die Fläche des Kantons Glarus). Unter diesem Gesichtspunkt macht die ganze amerikanische Drive-In-Kultur plötzlich viel mehr Sinn und die kuriosesten Dinge werden logisch - wie die Drive-Thru Apotheke! 
Für mich als Schweizer Apotheker kaum zu glauben aber wahr. 


Man sieht auch viele Hawaiianer, die mit dem Auto unterwegs sind und abends einfach ein Zelt aus dem Kofferraum nehmen, um auf einem Camping zu übernachten. Auch eine spontane After-Work Party auf der Ladefläche eines Pick-Ups ist keine Seltenheit. Daher erstaunte es auch nicht, dass das Motto "the bigger, the better" hiesst und die Autos eher wie Lastwagen oder  Panzer aussehen. Denn, wer möchte schon in einer kleinen Wohnung leben?

Schock der Kulturen: das deutsches "all-in-one" Wohnmobil und
 ein amerikanisches Modell ohne Küche und Bett.

Freitag, 27. April 2012

Das Tal der Könige

Heute ist unser letzter Tag auf Big Island. Wir haben Wiki Wiki Kai zurück gebracht und vertreiben uns die letzten Stunden mit lustigen Dingen wie Wäsche waschen oder Blogeinträge schreiben.

Dernière petite excale sur l'île de Big Island et derniers petits plaisirs pour les jambes. La vallée de Waipio se trouve en effet tout au nord de l'île et pour y parvenir une route avec 25% de déclivité, rien pour notre bus VW. Le spectacle en vaut l'effort. L'endroit était la résidence du haut chef de Hawaii, lieu toujours considéré comme sacré de nos jours. 

Leider gab es in den letzten paar Tagen praktisch kein Swell hier auf Hawai'i, daher haben wir unsere gemieteten Surfbretter zurückgebracht und entschieden, wir machen nochmals eine Wanderung, diesmal im Waipio Valley. Das Waipio Valley ist der heiligste Ort auf dieser Insel, da es die Residenz der Grosskönige (High Chiefs) von Hawai'i war. Wenn man dann erst einmal unten am schwarzen Strand steht, kann man sich lebhaft vorstellen, wieso die Könige diesen Ort gewählt hatten, denn er ist atemberaubend schön.


Der Strand ist von beiden Seiten von steilen Klippen abgegrenzt und der Trail führte uns zunächst in einem steilen Zig-Zag Weg hinauf auf die entgegen gelegene Klippe. Der Weg glich fast eher einer Treppe als einem Weg aber einmal oben, wurde man mit einem unglaublichen Blick auf das Waipio Vally und den Wasserfall belohnt. Je weiter wir hinaufstiegen, desto mehr veränderte sich auch die Vegetation und die tropischen Urwaldpflanzen wichen Tannen (oder zumindest Nadelbäumen). Der Weg führte dann in Schlangenlinie durch unzählige kleine Talsohlen, nur um dann gleich wieder zur nächsten Klippe aufzusteigen. Dabei entdeckten wir immer wieder wunderschöne Orte mit magisch anmutenden Wasserfällen, versteckt in der tiefen Grün des Waldes.


Einmal mehr hat uns Big Island mit seiner Vielfältigkeit überrascht und heute Morgen - fast als wollte es sicherstellen, dass wir wiederkommen - schenkte es uns nochmals einen wunderschönen Sonnenaufgang, der die Brandung an den Lavafelsen in ein zauberhaftes Licht tunkte.
Mahalo nui loa Hawai'i!

La dernière nuit de camping sur l'île nous a une nouvelle fois offert un spectacle magnifique au petit matin. Nous quittons aujourd'hui Big Island pour rejoindre un autre paradis, Kaua'i, une île située plus au nord et bien plus ancienne que Big Island, donc avec plus de sable et un peu moins de cailloux. 


Mit diesen Bildern im Kopf machen wir uns auf, nach der Jüngsten nun auch die Älteste der hawaianischen Inseln zu erkunden; Kaua'i.

Montag, 23. April 2012

Party in Puna

Der Distrikt Puna wird in Hawaii etwas stiefmütterlich behandelt. Dort leben die Aussteiger, Alt-und Neu-Hippies, spirituell angehauchten Körnlipicker und man hatte uns in Kona gewarnt, dass dies der "gefährliche" Teil der Insel sei...
Einmal mehr hat sich unsere grundsätzliche Reiseweisheit "Glaube nicht ohne gesehen zu haben" bewahrheitet, denn Puna ist grossartig! Ich gehe sogar soweit zu sagen, dank Puna habe ich mich nun so richtig in Hawaii verliebt. Puna ist wohl auch noch der naturbelassenste Distrikt Hawaiis mit grossen Flächen tiefgrünem, undurchdringlichem Regenwald und einer wilden von Lavasteinklippen geprägten Küste. Es ist auch in Puna, wo das neuste Land der Erde geboren wird, wenn die Lava ins Meer fliesst.

Après 2 jours passés sur les volcans, nous sommes redescendus vers les plages et plus exactement dans le département de Puna. L'eau chaude des sources s'y mélangent à l'eau plus froide de l'océan et les coulées de lave fraiches continuent d'agrandir l'île. Cette région est aussi "vendue" comme moins sûre, voire quelque peu dangereuse... C'est avec un peu de naiveté que l'on fait de grandes choses et à notre grande surprise, les quelques jours passés à la plage de Isaac Hale furent magnifiques!  

Dieser Lavafluss hat in den 90ern ein ganzes Dorf unter sich begraben.

Diese ganz spezielle Energie ist es dann wohl auch, der den kunterbunten Strauss von Menschen anzieht. Der Hauptort Pahoa ist tatsächlich eine "Hippietown" und man sieht überdurchschnittlich viel Rastas und Batik. Aber was Puna wirklich auszeichnet, ist die unglaubliche Offenheit und Herzlichkeit der Menschen. Beim Surfen lernt man zwar sehr schnell Leute kennen, aber als wir an unserem zweiten Tag in Pohiki, einem tollen Surfspot ca. 10min von Pahoa entfernt, gleich zu einer Hauseinweihungs-Party eingeladen wurden, wussten wir zunächst nicht recht, wie wir reagieren sollten (der Schweizer in uns ist manchmal doch sehr präsent). Wir entschieden jedoch; "Why not?" und gingen hin. Das war eine der besten Entscheidungen, die wir auf dieser Reise bisher getroffen hatten, denn die Party war der Hit. Wir wurden der ganzen Pohiki-Surf-Family vorgestellt und spätestens nach der zweiten Runde Bier und "natürliche Zigaretten" wurden wir offiziell adoptiert :).

Hanging Loose with the Boys

Die Pohiki-Surf-Family


Nous avons pu faire la connaissance de la communauté des surfeurs ainsi que de celle des nombreux hippies qui habitent les alentours. Invités spontanément à une pendaison de crémaillère, les deux Suisses se sont sentis, histoire d'une soirée, presque hawaiiens. Les choses ont bien changé ces dernières années, le gens d'ici le disent d'ailleurs aussi. 

Die Gastgeberin Emi hat uns dann auch bei ihr im Garten campen lassen und am nächsten Morgen - während die Jungs noch im Lala-Land hängten - nahmen mich die Ladies mit, für eine Wahine Surf Session. Das war absolut der Hammer; schöne Wellen, Sonnenschein, drei tolle Frauen und die kleine Schweizerin. Besser geht's nicht (sorry, Yves)!

Unsere unglaublich grosszügige Gastgeberin Emi

Samstag, 21. April 2012

Nouvelles d'ici et d'ailleurs

Non, je n'oublie pas la Romandie, et d'autant moins les vaudois! Du reste la famille Platel s'est agrandie, oupie!!
Bienvenue-Welcome-Bienvenido-Willkommen-Aloha Attila!

Je vais essayer dès à présent de faire quelques commentaires en français. Pour les news du Mexique, faudra attendre mon retour en Suisse. Avec une bonne saucisse aux choux nous aurons un moment pour parler de la cuisine mexicaine, extraordinaire, et l'occasion j'en suis sûr, de parler de la culture et du pays en général.  

Nicole apprend à faire les tortillas, une de raisons de vivre des Mexicains!

Nous sommes en ce moment sur l'île de Big Island, la plus grande des îles de l'archipel de Hawaii. En route avec notre camping car (WV Westfalia=lit, cuisine, salon...) nous découvrons les régions désertiques et volcaniques ainsi que les régions tropicales humides: l'île possède, à l'exception d'une seule, toutes les zone climatique rencontrées sur la planète. En une heure de conduite, les arbres et les palmiers font place aux cailloux et au sable. Incroyable. Les vagues sont abordables, pas trop agressives. Les rochers par contre, puisque l'île est volcanique, sont des moins accueillants!

Excursion sur le plus grand volcan de l'île,
histoire de se rappeler des marches dans les Alpes!

Freitag, 20. April 2012

Moonwalk

Zwei Tage haben wir im Volcanoes National Park verbracht, sozusagen in der Wiege von Hawaii. Volcanoes ist wirklich ein Paradies für Wanderer und obwohl wir nicht unbedingt die Hardcore-Wanderer sind, haben wir uns von der Atmosphäre inspirieren und wohl auch etwas übermotivieren lassen. Das hat dazu geführt, dass wir zwei Tage nacheinander jeweils eine 8-Stunden Wanderung gemacht haben (und meine Beine beschweren sich noch jetzt darüber).

Am ersten Tag führte uns die Wanderung in eines der eher aktiven Gebiete des Parks, wo die Erde noch lebt und auch immer mal eine Dampfwolke aus dem Inneren aufsteigt. Es ist wirklich ein spezielles Gefühl auf der Lava zu spazieren und neben etwas weiter vorne Rauch - also eigentlich Wasserdampf - aus dem Boden aufsteigen zu sehen. Unsere Mittagsrast haben wir am Rande eines Kraters zugebracht und plötzlich sahen wir keinen Meter von uns Rauch aufsteigen. Wir näherten uns und hielten die Hand an den Ort wo der Dampf herauskam und da war er - Peles' Atem, warm auf unserer Haut. Es gibt einige Momente im Leben, wo man die schöpferische Kraft unserer Mutter Erde wirklich spürt und das war genau so ein magischer Moment.

Der Krater raucht wirklich!

Am zweiten Tag machten wir uns auf den grössten Vulkan der Erde - zumindest teilweise - zu erklimmen. Der Mauna Loa ist über 4000m hoch und unser Ziel war die Red Hill Cabin auf über 3000m Höhe. Eine 12,5 km lange Aufwärtswanderung und das gleiche dann wieder bergab war unser Tagesprogramm.

Im Hintergrund das ganze Ausmass des Mauna Loa.

Ich kann nur sagen, manchmal ist es gut, gewisse Dinge mit einer unbedarften Naivität anzugehen, denn sonst würde man sie schlicht und einfach nicht machen. Die Wanderung führte uns während 7,5 Stunden durch eine Lava-Wüste soweit das Auge reicht. Das schiere Ausmass der Lavafelder war unglaublich! Links, rechts, oben, unten - Steine soweit das Auge reicht und ein Moment, in dem man sich unglaublich klein vorkommt. Umso mehr war es ein erhabenes Gefühl, als wir nach fast 4 Stunden Aufstieg an der Red Hill Cabin ankamen (die übrigens wirklich an einem knallroten Berg liegt). Die Aussicht war einfach phänomenal und die schmerzenden Beine bereits vergessen.


Nach dem 3,5-stündigen Abstieg hatten sich die schmerzenden Beine wieder in Erinnerung gebracht und die Nacht, die wir uns gestern in einem kuschligen B&B inklusive warmer Dusche leisteten, war mindestens genau so phänomenal wie die Aussicht vom Mauna Loa :).

Donnerstag, 19. April 2012

Grüner Sand und schwarzer Sand

Wir sind wieder zurück in der Zivilisation - zumindest einigermassen - und natürlich haben wir in der Zwischenzeit wieder unheimlich viel erlebt.

Zunächst möchten wir Euch unseren treuen Reisebegleiter für die etwas mehr als zwei Wochen auf Big Island vorstellen; Wiki Wiki Kai (was soviel heisst, wie "Schnell, schnell zum Meer"), unser treuer 1987 VW Westfalia mit Pop-Up Dach.


Unser Haus auf vier Rädern hat uns nun auch zum südlichsten Punkt der USA getragen. South Point ist ein wirklich spezieller Ort. Windgepeitschte Klippen aus schwarzem Vulkangestein, ein tiefblauer Ozean und die ganze Kraft des Meeres in der weissen Gischt der Brandung. Die Farben sind so intensiv, dass es schwer ist, sie in Worte zu fassen und noch viel schwerer, sie in einem Foto festzuhalten. Hier sind unsere  Versuche...



In der Nähe von South Point gibt es zudem einen Strand mit grünem Sand (Green Sands Beach). Dieses Naturwunder ist von South Point aus zu Fuss zu erreichen. Der Hinweg dauerte rund 90 Minuten, der gleiche Weg zurück jedoch nur knapp eine Stunde, womit wir die Kraft des Windes buchstäblich am eigenen Leib erfahre haben.


Auf Hawaii gibt es aber nicht nur grüne Strände sondern auch tiefschwarze Strände und genau so einer ist Black Sands Beach (und ja, die Hawaiianer gewinnen keinen Kreativitätspreis für die Benennung ihrer Strände). Das spezielle am Black Sands Beach ist, dass die Honus hierher kommen, um sich im warmen schwarzen Strand auszuruhen. Sie liegen dort wirklich im Duzend an diesem Strand herum und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen.


Was für ein traumhaftes Bild am Ende dieses traumhaften Tags.

Sonntag, 15. April 2012

One BIG Island

Der Vorteil vom Campen in Hawaii'i ist, dass man an Orten mit unbezahlbarer Aussicht übernachten kann. Der andere Vorteil - oder Nachteil vor allem für diesen Blog - ist, dass man wirklich von der elektronischen Welt abgeschnitten ist. Dass die Blogeinträge zurzeit etwas spärlicher daher kommen, hat somit nichts mit mangelnden Geschichten sondern vielmehr mit mangelndem Internetzugang zu tun.

Eine kleine Zusammenfassung unserer ersten halben Woche auf Big Island liest sich - und dies ohne den Neid der Zuhausegebliebenen weiter anstacheln zu wollen - wie eine Geschichte aus dem Paradies:

Tag 1: Morning Swim in der Spencer Bay und nach ca. 3 Minuten wurden wir schon von den Meeresschildkröten (Honu auf hawaiianisch) begleitet. Diese wunderbaren Kreaturen und Glücksbringer, wie die Hawaiianer glauben, findet man überall um die Insel und es ist jedesmal ein wunderschönes Erlebnis, wenn man ihnen begegnet.
Am Abend campten wir in der Ho'okeena Bay und machten unsere ersten hawaiianischen Bekanntschaften. Wir verbrachten den Abend mit Napua und Lisa (welche aus Alaska kommt). Napua kann alles Mögliche aus Palmblättern flechten; Schüsseln, Tiere, Blumen und... Hüte, wie man an dem Prachtexemplar sehen kann, das er Yves geschenkt hat :).

Yves mit einem Original Napua-Hut

Tag 2: Wir machen uns auf zu unserer ersten Surfsession am Pinetree Beach. Die Wellen sind wunderbar aber man fällt besser nicht unkontrolliert ins kristallklare Wasser, denn die scharfen Vulkansteine und Korallen warten direkt unter der Wasseroberfläche. Aber auch hier hatte ich eine wunderbare Begegnung mit einer Honu. Als ich eine Welle anpaddelte, sah ich plötzlich einen Stein neben mir aus dem Wasser ragen. Mein erster Gedanke war "Shi...! Sind die Steine wirklich so nah?" Dann plötzlich reckte der "Stein" seinen Kopf in die Höhe und voilà, ich surfte die Welle zusammen mit der Honu.

Suchbild: Welcher Stein lebt?
Und der "Stein" mit Kopf

Tag 3: Am Banyan Beach geht man als Newcomer besser nicht in die Wellen, denn wenn man die Steinformationen nicht auswendig kennt, liegt man schnell auf eben so einem Stein. Dafür wurden wir spontan von den Banyan Boys (den Jungs, die täglich an diesem Strand rumhängen) zu einem Fisch-BBQ eingeladen. Dabei lernten wir auch diverse hawaiianische Wörter wie z.B.: Okele maluna (Prost), Ono ono (megafeines Essen) oder Humu Humu Nuku Nuku Apua'a (der offizielle Fisch des Bundesstaates Hawaii).

Tag 4 und 5: Surfen, surfen, surfen! Wir haben endlich den perfekten Beach gefunden und auch den perfekten Campingplatz am Ke'ei Point. Ich kann nur sagen, Abendessen bei Sonnenuntergang auf der schönsten Terrasse der Welt!


To be continued....